Die Hypnosetherapie, als Königin unter den Therapien ist in allen
Situationen einsetzbar und nie schädlich. Jeder Mensch, der älter ist als ungefähr sechs Jahre, kann damit behandelt werden, sofern er nicht unter schweren Geistesstörungen leidet und deshalb nicht in der Lage ist, dem
Therapeuten zuzuhören. Hypnose ist nicht die Unterwerfung unter den Willen des Therapeuten, sondern der Therapeut ist nur das Sprachrohr des Patienten. Eine wissenschaftliche Erkenntnis, bereits um 1890 definiert, sagt
aus: „Der Wille des Patienten bestimmt, was in der Hypnose erreicht werden soll. Hypnose ist immer Selbsthypnose.“ Der Hypno-Therapeut ist eher einem Fahrlehrer vergleichbar, der den Weg und die Technik zeigt, wie der
Patient zum Ziel kommt. Das nämlich zu erreichen, weswegen er in die Praxis gekommen ist.Wer sich die alberne Befürchtung einreden ließ, „verhext“ werden zu können oder ähnliches (das gibt’s im 21.
Jahrhundert immer noch), sollte allerdings auf das tatsächliche Gegenteil, den Segen der Hypno-Therapie, verzichten. „Experten“, die heute noch solchen Unsinn verbreiten, findet man leider selbst unter Therapeuten aller
Fachrichtungen. Dabei ist die Hynosetherapie seit den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert voll integrierter Bestandteil der Schulmedizin und deshalb keine Außenseitertherapie, wie zum Beispiel die Irisdiagnose.
Obwohl auch bei dieser genialen Diagnoseart die Fakten anderes aussagen, als von vielen Laien im Medizinbetrieb verbreitet wird.
Innere Erkrankungen, wie zum Beispiel Magengeschwür und Herzattacken, schmerzhafte
Zustände wie Kopfschmerz und Migräne haben immer ihren psychosomatischen Anteil, der mit der Hypnosetherapie - als Fundamentaltherapie oder begleitend - hervorragend behandelt werden kann. Psychosomatik heißt, dass eine
Krankheit dadurch verursacht wird, dass der Patient sich generell nicht wohl fühlt. Er wird durch Frust, Trauer oder Angst daran gehindert, den Tag und seine Arbeit und seine Umgebung in Familie, Freundeskreis oder
Berufskollegen mit Lebensfreude zu genießen. Dieses Dauerdefizit bewirkt, dass ein Organ oder Körperteil wie ein Blitzableiter alles Elend auf sich nimmt und unter dieser Belastung krank wird oder gar degeneriert und
seine Funktionsunfähigkeit verliert.
Außerhalb dieser rein organischen Situation (z.B. vom Magengeschwür bis zu Herzproblemen) liegt die Domäne der Hypnotherapie bei folgenden Störungen:
Alkoholismus - Rauchen - Übergewicht - Depression
Angstzustände - Nägelkauen - Stottern - Prüfungsangst
Zum Autor:
Klaus H.Bayer, ist seit 1976 als Psychotherapeut und Heilpraktiker in eigener Praxis tätig. Er hat in zahlreichen Büchern, Vorträgen und Seminaren im In- und Ausland seine Erfahrung in Hypnosetherapie, klassischer Homöopathie, Akupunktur und zur immer noch heftig umstrittenen Augen- und Irisdiagnose weitergegeben. Er entwickelte und veröffentlichte 1983 eine Modifizierung der Eigenblutinjektionen, die speziell bei Allergien hervorragende Heilerfolge bietet.
In der vorliegenden Fibel räumt er mit vielen Missverständnissen und Fehlinformationen auf, die noch immer zur Hypnosetherapie vorhanden sind. Der Patient wird auf die unterhaltsame Art, wie sie dem Autor
(auch vieler Humorbücher) zu eigen ist, an die erste Sitzung zu dieser segensreichen Therapie herangeführt. Viele gute Tipps zum Alltag runden den hervorragenden Leitfaden ab.
Was wissen Sie über die Hypnosetherapie?
Vergessen Sie erst einmal alles, was Sie über den Begriff Hypnose bisher gehört haben. Besser wäre sowieso, man würde einen individuellen Ausdruck,
vergleichbar dem ”Autogenen Training” benutzen. Die Worte Hypnose oder Trance haben nur in der deutschen Bevölkerung leider so einen Hauch von Zauberei und Geheimnis. Das ist aber nur ein Ergebnis von viel
falscher Information. Sehr schädlich für den Informationsstand der Bevölkerung ist der Umstand, dass es in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern, nicht verboten ist, dass mit dieser wunderbaren Therapie in
Fernseh-Shows und in Discos, meist von unqualifizierten Blendern Schindluder getrieben werden darf.
In Wirklichkeit ist an diesem Verfahren absolut nichts Geheimnisvolles. Es handelt sich nämlich um eine
wirklich handfeste, und wie gesagt normale schulmedizinische Therapie, über die es schon seit Jahrzehnten wissenschaftlich überhaupt nichts zu deuteln gibt. Sie wird an den medizinischen Fakultäten der Universitäten
gelehrt, und sie ist eine der wirkungsvollsten Therapiearten überhaupt. Leider ist dieses Verfahren recht wenig verbreitet und bekannt, da es lange Zeit dauert, bis ein Therapeut wirklich routiniert damit umgehen kann.
Außerdem ist es eine sehr zeitaufwendige Therapie, für die vom Therapeuten viel Geduld und Energie verlangt wird und leider wird diese Königin der Therapien aus den genannten Gründen herzlich wenig praktiziert. Es ist
auch leichter, ein Vielfaches an Umsatz zu erreichen, indem man einfach irgendein Rezept aufschreibt, oder in Minutenschnelle höchstens noch vielleicht eine Spritze verabreicht.
Zur Technik der Hypnosetherapie
In der Hypnose wird das Bewusstsein soweit abgeschaltet, dass das Unterbewusstsein ansprechbar wird. Jedermann kennt die Situation, dass man sich über irgendwelche
Lappalien furchtbar ärgert, ohne sich einreden zu können, wie überflüssig das doch ist. Bei diesem Verfahren ist das ”Einreden” aber endlich möglich. Sie bringen Ihren Wunsch zum Therapeuten, und der bringt Ihnen bei,
wie Sie in einen so extremen Entspannungszustand kommen, dass Ihr Unterbewusstsein endlich ansprechbar wird.
Das geht sogar so weit, dass zum Beispiel Ihr dringender Wunsch, nicht mehr rauchen zu müssen, in
Erfüllung geht, oder dass Sie den Hunger praktisch ausschalten können, solange es Ihnen beliebt. Ganz zu Schweigen von Alkohol- und sogar Rauschgiftproblemen. Andererseits ist mit diesem Verfahren die Behandlung von
ganz ”gewöhnlichen” Krankheiten, wie z.B. chronischem Kopfschmerz etc. völlig normal.
Zunächst muss einmal mit einer Reihe von Märchen zu dem Stichwort Hypnose aufgeräumt werden:
Märchen Nummer 1: Beeinflussung des Patienten ohne dessen Willen.
Dies ist also, wie wir schon gehört haben, absolut unmöglich. Es funktionieren in der Hypnosetherapie nur die Mechanismen, wegen
denen der Patient in die Sprechstunde kommt. Einem Alkoholiker, der entwöhnt werden will, kann man z. B. niemals, ohne dass er es will und ohne dass dies vereinbart wurde, gleichzeitig das Rauchen abgewöhnen. Der schöne
Entspannungszustand wäre in dem Augenblick kaputt, in dem der Therapeut davon in der Hypnose reden würde.
Die häufig gespielte Situation, dass in einem Krimi ein Mord bzw. ein Verbrechen durch einen
hypnotischen Befehl ausgeführt wird, ist ein schlechter Witz und absolut lächerlich. Ein Mensch würde niemals unter dem Einfluss der Hypnose irgend etwas tun oder lassen, das er ansonsten auch nicht tun oder lassen
würde.
Selbst in der leider immer noch praktizierten Bühnenshow würde ein auf die Bühne zitierter Zuschauer dort absolut keine Dinge tun, die er sonst auch nicht machen würde. Eine Frau, der es nie im Traum einfallen
würde, einen Striptease in aller Öffentlichkeit hinzulegen, würde das auf der Bühne unter dem Einfluss der Hypnose vielleicht andeuten und eine entsprechende Show abziehen. Aber irgendwann wäre Schluss und sie würde
sich bei anhaltendem Druck des Showmasters der Hypnose entziehen und in den Zustand außerhalb der Hypnose zurückkehren.
Noch einmal: Es ist eine Schande für diese Königin aller Therapien, dass sie auf diese Art und
Weise diskriminiert und lächerlich gemacht und dadurch weiten Kreisen der Bevölkerung, die sie dringend zu therapeutischen Zwecken gebrauchen könnten, entzogen wird.
Davon, dass auf den Showbühnen oft nur tatsächlich
eine Show abläuft, die mit Hypnose überhaupt nichts zu tun hat, wollen wir gar nicht erst vertiefen. Die sogenannte kataleptische Starre, die den Körper so versteift, dass nur Kopf und Ferse auf einer Stuhlkante
aufliegt und eine erwachsener Mann stellt sich auf diesen Körper, ohne dass er zusammenklappt, ist auch ohne Hypnoseeinwirkung für einen normal trainierten Menschen herstellbar und für ein bis zwei Minuten auszuhalten.
Märchen Nr. 2: In Hypnose könnte man irgendwelche Geheimnisse ausplaudern.
Auch diese Befürchtung ist überflüssig. Der Patient muss während den von mir ausgeführten Behandlungen zum
Beispiel sowieso nicht reden. Der Therapeut weiß ja ohnehin, weswegen der Patient in die Sprechstunde gekommen ist, und das wird in der Sitzung vorher ausführlich besprochen. Der Therapeut fungiert während der Therapie
als Sprachrohr des Patienten, seine Wünsche in das jetzt endlich geöffnete Unterbewusstsein zu sprechen. Während dessen genießt dieser entspannt den Zustand, als wären Körper und Seele auf Erholungsurlaub.
Anders wäre es bei einigen speziellen psychotherapeutischen Behandlungen, wo es darum geht, Zusammenhänge, die tief im Unterbewusstsein verborgen sind, aufzudecken. Eine Therapie, die meiner Meinung nicht unbedingt
immer zu empfehlen ist. Dabei wird in der tiefsten Vergangenheit gekramt, der Patient erinnert sich an diese Begebenheiten und kann sie dem Therapeuten dann mitteilen, damit ihm endlich geholfen werden soll. Dieses
Mitteilen unterliegt außerdem auch wieder - auch unter der Hypnose - der Kontrolle des Patienten. Doch von dieser Art Therapie später.
Märchen Nr. 3: ”Bewusstlosigkeit oder Schlaf.”
Damit hat Hypnosetherapie auch wieder überhaupt nichts zu tun. Es handelt sich zwar um einen schlafähnlichen Zustand, bei dem Sie aber wie bei vollem Bewusstsein sind und alles hören, was der Therapeut sagt. Deshalb
auch manchmal die erstaunte Frage des Patienten, der darüber nicht aufgeklärt wurde: ”Ja, war das denn alles?”
Schlafen kann der Patient besser zu Hause. Und in der Regel kann er das schon nach der
ersten Sitzung hervorragend. Auch wenn er gar nicht wegen seiner Schlafstörungen in die Sprechstunde kam. Die guten „Nebenwirkungen” der Heilhypnose sind oft verblüffend und in Bereichen wirksam, die während der Sitzung
nicht einmal angesprochen worden sind, weil den Patienten andere Störungen oder Krankheiten zunächst wichtiger sind.
Das Wort Hypnose bedeutet in etwa Teilwachsein oder umgekehrt Teilschlaf. Ein kleiner Prozentsatz
der Patienten fällt, abhängig von seinem momentan Zustand zwar in einen tiefen schlafähnlichen Zustand, er ist aber trotzdem vollkommen ”bei der Sache”. Fragt man ihn allerdings nach Ende der Sitzung nach Bestandteilen
und Worten, die der Therapeut während dieser Phase gesagt hat, dann erinnert er sich an jedes Wort. Kein Beispiel dient besser der Erklärung, dass das vordergründige Bewusstsein ausgeschaltet ist und das normalerweise
verschlossene unzugängliche Unterbewusstsein an der Oberfläche angekommen ist.
Genau so ist es mit Geräuschen, die von draußen kommen. Auf die Suggestion, dass das Hören abgeschaltet ist, kann es sein, dass sich der
Patient nach dem Ende der Sitzung eventuell sogar nicht mehr daran erinnern, dass ein Düsenjäger mit so großem Getöse während der Sitzung über das Haus gedonnert ist, dass eine Verständigung in diesen Sekunden unmöglich
war.
Diese Suggestion, dass das Hören in der Entspannungsphase abgestellt sei, wird allerdings von dem Satz eingeleitet, dass die Stimme des Therapeuten davon nicht betroffen sein wird, da dessen Stimme unabhängig von
der Funktion der stillgelegten Ohren ganz automatisch aufgenommen wird. Genau so, wie der Atem auch, ganz automatisch von den Atemwegen aufgenommen wird, ohne dass sich der Patient darum kümmern muss.
Märchen Nr. 4: „Mit meinem starken Willen kann man mich nicht hypnotisieren!”
Selbstverständlich kann man niemanden hypnotisieren, der das nicht will. Auch wenn er einen „schwachen Willen” hat. Dass der
schwache Wille etwas mit der Hypnotisierbarkeit zu tun hat, ist auch so ein Märchen. Denn: Je stärker der Wille und die Konzentrationsfähigkeit des Patienten ausgeprägt sind, umso leichter und einfacher funktioniert das
Verfahren auf seinen Wunsch hin. Jeder Mensch, der einigermaßen seine fünf Sinne beisammen hat, kann in diesen großartigen Entspannungszustand geführt werden.
Sträubt sich jemand gegen den beruhigenden
Einfluss der Stimme des Therapeuten und entzieht sich ihm dadurch, dass er in Gedanken sich von dieser Situation abkoppelt, dann ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Techniken der Heilhypnose an der
Versuchsperson nutzlos abprallen. Ich habe es allerdings schon erlebt, dass das Unterbewusstsein sehr schnell begreift, welch segensreiche Energie da auf es zukommt, und das Ablenkungsmanöver der Abkoppelung bröckelt ab
und der angenehme Zustand der Entspannung nimmt seinen Lauf. Der Saulus der Ablehnung wandelt sich zum Paulus des Genießers.
Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass der Hypnotherapeut dann in der Lage wäre, dem
ehemaligen Zweifler Dinge „einreden” zu können, an denen er grundsätzlich immer noch nicht interessiert ist.
Die angenehmen Hilfsmittel
Ganz am Anfang ist die absolute Konzentration auf
die Worte, die der Therapeut spricht, sehr wichtig. Das kann für den einen oder anderen recht schwer sein und muss zum Teil gut trainiert werden. Störend sind dabei immer wieder die eigenen Gedanken, die vom Zuhören
abschweifen. Diese eigene Ablenkung verzögert den Ablauf der Sitzung aber nur zwei bis drei Minuten. Dann aber kommt irgendwann der Zeitpunkt der totalen Entspannung, ein wunderbarer Zustand der Erholung, den zu
beschreiben müßig ist, da ihn sich sowieso niemand vorstellen kann, der ihn nicht selbst erlebt und genossen hat. Der Patient koppelt sich sogar unter Umständen von den Worten des Therapeuten ab, die nur noch ein
belangloses Gemurmel im Hintergrund sind.
Verstehen Sie während der Übung ein Wort oder einen Satz inhaltlich oder akustisch nicht ganz, soll Ihnen das vollkommen gleichgültig sein. Schon der Gedanke: ”Was
könnte er damit gemeint haben?” ist überflüssig und wäre eine unnötige Ablenkung. Das gilt allerdings, wie gesagt, nur für den aller ersten Anfang der Sitzung.
Auf den Inhalt des Gesprochenen kommt es dann erst in
zweiter Linie an. Nämlich dann, wenn der Zustand der Entspannung gekommen ist. Und dann ist es sogar völlig gleichgültig, ob der Patient bei der Sache ist, oder in Urlaubsstimmung die Entspannung von Körper und Seele
nur einfach genießt.
Außerdem hat sich inzwischen eine recht große Müdigkeit ausgebreitet, die auch eine tiefe und vor allem sehr erwünschte Passivität, ja Gleichgültigkeit beinhaltet. Diese Müdigkeit kann nicht tief
genug sein und so benutzen die Hypno-Therapeuten die unterschiedlichsten Hilfsmittel, diese Müdigkeit zu erzeugen.
Ein vorzügliches Hilfsmittel, das zusätzlich müde und entspannt macht: Sie schauen unverwandt hoch auf
einen roten Punkt an der Decke des Sprechzimmers und lassen sich auch dann nicht irritieren, falls Ihnen irgendwann die Augen brennen, schwer und müde werden oder gar eine Träne über die Wange laufen sollte. Das gehört
dann bereits zum Programm und sollte Sie überhaupt nicht stören. Eine beruhigend, gleichmäßig tickende Uhr ist ein weiteres Hilfsmittel, um den Entspannungszustand zu vertiefen. Sie kennen das vielleicht daher, wenn Sie
in einem Zimmer gemütlich in der Ecke sitzen und eine alte Standuhr tickt beruhigend vor sich hin. Ich benutze in der Sprechstunde ein Metronom, das die Musiker verwenden, um den Takt zu lernen und zu halten. Sein Ton
und Rhythmus läuft noch exakter ab als jede normale Uhr und ist das perfekte Unterstützungsmittel schlechthin. Außerdem kann man es auf den Ruhe-Rhythmus des Herzens von cirka sechzig Schlägen pro Minute einstellen, was
seinerseits eine angenehme Rückkoppelung mit dem Herzen bewirkt.
Wenn dieser Rhythmus trotzdem jemanden stören sollte, braucht er das nur zu sagen. Ruhig auch mitten im Ablauf des Programmes. Denn die Hypnose
verschlägt einem ja nicht die Sprache. Und nichts ist wichtiger, als ein ungestörter Ablauf der Sitzung.
”His masters voice”
Für mich ist die Sprache das wichtigste Werkzeug, den tiefen
Entspannungszustand zu erreichen. Damit entsteht erstens eine vertraute Situation mit dem Patienten und außerdem kann die Sprache des Therapeuten wie ein Medium auch auf die Ferne wirken. Das heißt, selbst am Telefon
kann zusätzlich zu jeder Tages- und Nachtzeit therapiert werden. Bequem und nicht zuletzt äußerst preiswert, wirkt sogar der Anrufbeantworter in Momenten von Unerreichbarkeit oder Funklochaufenthalt als hochwirksame
”Praxisvertretung”.
Gerade beim Suchtverhalten sind es ja die unberechenbaren Momente der Verführung, die plötzlich über den ehemaligen Raucher oder die ehemaligen Futterverwerter oder ganz besonders gemein
über die Ex-Trinker hereinbrechen können. Und die rettende Hand des Therapeuten ist meilenweit entfernt. Doch der Segen des Handytelefons ist hier unerreicht, wenn die rettende Stimme des Therapeuten bis in den Urlaub
am Ende der Welt, mitten auf der verstopften Autobahn oder in der Tiefe des Waldes den Pilzsucher erreichen kann.
Mit der Sprache lässt sich noch viel individueller der Ablauf der Entspannung gestalten und mit
monotonen Komponenten in der Stimme eine angenehme schwere Müdigkeit erzeugen, die recht bald den dringenden Wunsch erzeugt, doch möglichst bald die Augen schließen zu können.
Eine unglaubliche Wohltat ist es dann,
wenn Sie auf ein Kommando des Therapeuten (zum Beispiel die Worte „eins-zwei-drei”, die ich verwende) dann endlich die Augen schließen können. Die Zahl ”zwei” ist dabei immer ein Schlüsselwort für die Augen. Beim
Vorwärtszählen zum Schließen der Augen, beim Rückwärtszählen am Ende der Sitzung (”3-2-1”) für das Öffnen der Augen.